Fakenews und der Umgang damit

Kompetenz – auch mediale ist das eine. Das andere ist der Gebrauch der Vernunft. Das sich in Frage stellen. Das Falsifizieren des eigenen Standpunktes. Das ist sowohl den Medien als auch den Menschen abhanden gekommen. Wir wollen ja nicht tiefer gehen als bis zum ersten Layer. Da machen wir Schluss. Wir googlen kurz eine Quelle, die unsere Meinung bestätigt, verlinken sie und schaffen unsere Wohlfühlblase. Das reicht einfach nicht, weil wir so die Türen für Fakenews, Desinformation und Missbrauch der Meinungsbildung und Propaganda betreiben und verstärken.

Wir sind also auf dem linearen Verständnis der Informationsverarbeitung und Vermittlung stehen geblieben, die Technik ist weiter und interagiert hübsch mit unserer Psyche. Unsere Firewall ist down, alle Ports offen und wir suchen das Admin-Passwort. Währenddessen fahren die Desinformatoren ddos-Attacken auf unseren Kortex. Und wir teilen kurz ein Katzenbild oder eben eine meinungsstützende Quelle ohne Einordnung oder die Referenz zum Problem, das wir eigentlich gerade bearbeiten.

Wir sollten nicht nach einer Lösung von außen suchen, sondern stattdessen bei uns anfangen. Mit einer Haltung zu den Themen, die mir wichtig sind, kann ich den Informationsraum besser sortieren. Mit der Leitfrage, ob meine Thesen und Meinungen durch Fakten gedeckt werden können, kann ich Plausibilität suchen und evtl Dinge verifizieren. Und mit der Sicherheit, dass ich nichts weiß, kann ich mich in der Unsicherheit der medialen Welt bewegen.

Edit: Der Kommentar erschien zuerst bei wahl.de!

 

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